Taekwondo Sportschule Wuppertal e.V.

Philosophie


Wörtlich aus dem Koreanischen übersetzt hat der Begriff Taekwondo folgende Bedeutung:
TAE - der Fuß, KWON - die Faust, DO - der Weg/der Geist.
Im Allgemeinen wird dies interpretiert als
"DER VOM GEIST GESTEUERTE WEG VON FUß UND FAUST".
Aus diesem Satz lässt sich die Philosophie des Taekwondo ableiten. Das Ausüben dieses Sports findet nicht nur auf körperlicher, sondern auch zu einem nicht zu vernachlässigendem Teil auf geistiger Ebene statt, wobei man diese Erfahrung erst machen muß, um eine solche Aussage nicht zu belächeln, wie das viele tun, wenn man so etwas erwähnt. Aber ohne mentale Größen wie Konzentration, Willenskraft und Überwindung, sowie den Erkenntnisgewinn über seine persönlichen Grenzen, wäre die sinnvolle Ausübung von Taekwondo nicht möglich. Vor allem für Kinder hat das einen sehr hohen erzieherischen Wert, ohne dass sie irgendwie negativ beeinflusst werden.
Beim Taekwondo gibt es kein Ende. Man lernt nie aus. Es gibt immer neue Ziele, die man in Etappen erreichen kann. Die meisten Ziele erscheinen bei der Zielsetzung weit entfernt. Erreicht man sie, hat man durch die Erfahrung an „Weisheit“ gewonnen, die man für die persönliche Entwicklung einsetzen kann.
Von Gürtelprüfung zu Gürtelprüfung werden neue Ziele gesetzt, die geplant und mit Stetigkeit durchgeführt zum Erfolg führen. Die Basis ist mit dem Erlangen des 1. Dan (Schwarzgurt) gesetzt. Danach beginnt das eigentliche Training.







DISZIPLIN





Manche Leute verwechseln Disziplin mit übermäßiger Strenge. Das ist in diesem Fall jedoch ein Irrglaube. Für Aussenstehende mag es sicherlich im ersten Moment so aussehen, wenn sich die Schüler beim Betreten der Halle ("Dojang") verbeugen, sich zu Trainingsbeginn vor dem Trainer ("Sabum") verbeugen, genaus wie bei Partnerübungen vor dem Mitschüler. Weitere Beispiele sind z.B. das konsequente Anerziehen eines Kampfschreies ("Kyab") beim Ausführen einer jeden Technik, sowie die Maßnahme von "Strafliegestützen" bei Unkonzentriertheit oder Schlampigkeit. Außerdem wird sehr viel Wert auf korrektes Anlegen des Taekwondo-Anzuges ("Dobok") und des Gürtels ("Ty") gelegt. Nun, wenn jemandem so etwas nicht liegt, dann wird er nach einigen Trainingseinheiten wieder aufhören. Ich behaupte, derjenige hat der Herausforderung nicht standgehalten! Wer aber beginnt, sich voll und ganz mit dem Sport und all seinen Bestandteilen auseinander zu setzen und sich alles zu verinnerlichen, wird bald feststellen: Taekwondo ist charakterbildend und wird zur Sucht (im positiven Sinne) !!!







Einige Grundsätze und Tugenden im Taekwondo, die ihren Ursprung im wesentlichen im Konfuzianismus haben:



Höflichkeit, Ritterlichkeit (Ye-Ui)
Höfliches Benehmen, Zuvorkommenheit und seinen Mitmenschen mit Respekt begegnen und sie achten.

Integrität (Yom-Chi)
Makellosigkeit, Unbestechlichkeit und Unbescholtenheit.

Geduld (Innee)
Ruhe bewahren, sich beherrschen, abwarten können und Ausdauer zu zeigen für den richtigen Augenblick.

Durchhaltevermögen (In-Nae)
In einer scheinbar aussichtslosen Sache Stehvermögen bewahren und durchhalten, um dem ursprünglichen Ziel näher zu kommen.

Selbst-/disziplin (Guk-Gi)
Sich selbst beherrschen, kontrollieren und diszipliniert denken und handeln.

Fairness (Hullyung-Ham)
Ehrliche, anständige und gerechte Haltung anderen gegenüber. Fairness ist besonders im Kampf erforderlich, wo Regeln zu beachten sind Schwächen des Gegners nur bis zu einem gewissen punkt genutzt werden, um zu gewinnen, nicht um ihn zu verletzen.

Mut
Es erfordert oft Mut, scheinbar unüberwindbare Hürden zu überspringen, wie z.B. beim Bruchtest oder im Freikampf. Mut ist ein wesentlicher Treiber für die eigene geistige und körperliche Weiterentwicklung.

Toleranz
Sich selbst nicht so wichtig nehmen und vermeintliche Schwächen von anderen akzeptieren heißt Toleranz.









Zielgruppen





Prinzipiell lässt sich sagen, dass Taekwondo für Menschen jeder Altersklasse ideal als Breitensport oder auch als Leistungssport geeignet ist. Man kann beobachten, dass neben Kindern und Jugendlichen auch Erwachsene und sogar Senioren im Alter von ca. 50 Jahren noch sinnvoll an einem Anfängerkurs teilnehmen können, was in vielen anderen Sportarten nicht denkbar wäre.
Beim Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen gibt es zwei grundliegende Aspekte, den körperlichen und den erzieherischen. Es ist notwendig, das körperliche Training für Kinder nicht zu übertreiben, sondern richtig zu dosieren. Daher werden i.d.R. Kinder bis 14 Jahre gesondert trainiert. Hier wird weniger auf Kraft bzw. Kraftzuwachs, als auf Beweglichkeit und Motorisches Lernen Wert gelegt. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Erziehungsfaktor: im Kindertraining werden Dinge wie Respekt, Disziplin und Konzentration besonders betont.
Doch auch für Erwachsene und Senioren ist Taekwondo eine optimale Form sportlicher Betätigung. Eine regelmäßige und gut dosierte Belastung führt zu einer deutlichen Verbesserung der Ausdauer, Schnelligkeit, sowie der allgemeinen Beweglichkeit. Ferner hat das Trainieren der oben bereits erwähnten psychischen Größen eine gewisse Ausgeglichenheit zur Folge, was sich durchaus positiv auf den Alltag auswirken kann. Die Tatsache, dass Taekwondo eine Individualsportart ist spricht für die Möglichkeit, noch als Senior ins Training einzusteigen. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie weit er gehen will. Darauf wird von den Trainern natürlich Rücksicht genommen.





Trainingsmaterial





Zur Grundausstattung eines Taekwondo-Ka (Schüler), gehört im Prinzip nur der der Taekwondo-Anzug ("Dobok"), inklusive dem dazugehörigen Gürtel ("Ty"). Spezielle Kampfsportschuhe können hinzugezogen werden, sind aber nicht unbedingt nötig. In einem fortgeschritteneren Stadium des Trainings müssen jedoch noch weitere Anschaffungen getätigt werden. Dazu gehört z.B. eine komplette Kampfausrüstung, die aus Kampfweste, Kopfschutz, Unterarm- und Schienbeinschonern, sowie einem Tiefschutz besteht. Für Übungszwecke und zur Wettkampfvorbereitung ist des weiteren eine sogenannte "Pratze" erforderlich, an welcher in der Partnerübung verschiedene Techniken trainiert werden können.







Aufwärmen und Muskeldehnung





Beim intensiven und richtigen Betreiben von Taekwondo werden die meisten Muskeln und Bänder des Körpers eingesetzt. Deshalb ist es wichtig, den gesamten Bewegungsapparat durch gezielte Übungen aufzuwärmen. Auch zwischendurch werden immer wieder einzelne Partien aufgewärmt oder Dehnungsübungen durchgeführt, manchmal in Form von Taekwondo-Techniken. Grundschule: einzelne Techniken oder auch Kombinationen vertiefen das Verständnis für Abläufe und Möglichkeiten der Bewegung. Hierbei kommen auch sogenannte Pratzen zum Einsatz. Dies sind Schlagpolster mit Griffen, die als Ziel für voll ausgeführte Hand- und Fußtechniken dienen. abgesprochener Kampf: ohne Verletzungsgefahr, aber realistischer als die Grundschule ist der abgesprochene Kampf. Ein Angreifer agiert mit vorher abgesprochenen bzw. vorgegebenen Angriffstechniken, der Verteidiger reagiert mit gelernten Abwehr- und Kontertechniken. Man unterscheidet den Einschritt-, Zwei- und Dreischritt-Kampf (Ilbo-, Ibo-, Sambo-Taeryon). Freikampf: Auch im nicht abgesprochenen Kampf wird die korrekte Ausführung von Techniken als Reaktion auf die Aktionen des Partners trainiert. Dies setzt eine hohe Körperbeherrschung und Konzentrationsfähigkeit voraus. Die hohen Beintechniken, Dreh- und Sprungkicks sind ein Markenzeichen des Taekwondo. Schläge unter die Gürtellinie und Angriffe zum Rücken sind dabei nicht erlaubt. Für Wettkämpfe gibt es eigene Regeln im jeweiligen Verband. Formenlauf: formalisierte und einstudierte Abfolge von Techniken (Hyeong, Poomse) als Kampftraining gegen imaginäre Gegner. Meditation: Im Anschluss an das Training kann gezielt ein kurzer Moment der Stille erfolgen, um sich zu sammeln und die im Training konzentrierte Energie wieder "alltagstauglich" zu machen. Theorie: zur Taekwondo-Geschichte und Hintergründen, zu Techniken, Regeln und rechtlichen Aspekten (z. B. Notwehr).







Kampfschrei





Der Kampfschrei (Kihap) erhöht die Anspannung des Körpers zum Zeitpunkt des Kontaktes mit dem Gegner, um der Technik höchste Kraft und Kontrolle zu verleihen, die Konzentration zu steigern. Mit der dadurch erzwungenen Auspressung der Luft und Anspannung der Muskulatur sind die Atemwege weniger empfindlich gegen Konterschläge, ein Gegentreffer auf die Brust (oder ein Sturz auf Brust/Rücken) in der Ein- oder Ausatemphase wäre sehr unangenehm. Im Kampf dient der Kihap natürlich auch der Einschüchterung des Gegners. Bei Partnerübungen zeigt der Kampfruf den Beginn und das Ende der Techniken an.
In der Atemtechnik nimmt der Kampf-Schrei daher eine Sonderstellung ein. Um die damit erwünschte Wirkung zu erzielen, muss er richtig mit Kraft aus dem Bauchraum kommen. Anfänger neigen dazu, nur die Stimmbänder zu benutzen und belasten diese dabei unnötig - außerdem erreicht man damit nicht viel. Richtig ausgeführt, erzwingt der Kihap eine reine, richtige Zwerchfell-Atmung im entscheidenden Moment.
Bei jedem hört sich der Kampfschrei anders an.
Der Kampfschrei kann verschieden stark ausfallen. Wenn man ihn als Signal zu Übungsanfang oder Übungsende benutzt, muss man den Partner nicht groß anbrüllen. Ein energischer Luftstoß "HA" genügt (und schont die Stimmbänder). Steht man dagegen vor einer ernsthaften Hürde, wie zum Beispiel einem Bruchtest, kann man seine Energien (Ki) mit einem sehr kräftigen Kihap "I-YA" schon besser sammeln.







Do...der Weg ist das Ziel.













Trainiere hart und Du wirst siegen, trainiere schwach und die Niederlage reicht Dir die Hand!